Sexuelle Revolution und Verantwortung?

Ein junges Mädchen (19-20 Jahre) postet auf einem sozialem Netzwerk ein erotisches, halb nacktes Bild von sich, auf dem man eindeutig die Intention dahinter erkennt: Sex. Keine Minute später hagelt es Kommentare von Männern um die 30-50 Jahre (manche von denen könnten ihre Väter sein, bäh), ob sie denn noch Platz in ihrem Schoß hätte, Bock sich zu treffen hätte usw.

Nichts Besonderes in unserer Zeit? Wenn man es sich einfach macht, klar, dann kann man so denken, abwinken und diesen Text gleich wieder wegklicken.

Ich für meinen Teil komme einfach nicht damit klar.

An die Mädchen:

Bietet euch doch (gerade in so einem jungen Alter, aber eigentlich EGAL IN WELCHEM ALTER!!!) nicht so billig an. Ihr solltet im Real Life einen Mann suchen, der euch so mag, wie ihr seid und damit meine ich nicht nur euren Körper. Ihr macht aus euch nichts weiter als ein Stück Fleisch in einem Werbeprospekt, das in jedem Haushalt (!) auf der ganzen verdammten Welt (ja auch deine zukünftigen Arbeitgeber oder dein zukünftiger fester Freund werden es sehen, die es dann wahrscheinlich nicht werden, weil die das nicht gutheißen) erhältlich ist. Denn seien wir doch mal ehrlich. Ein einmal im Internet gepostetes Bild ist da nicht mehr so leicht wegzubekommen. Und denkt ihr denn wirklich ihr werdet dort als Individuum wahrgenommen? Ihr seid damit einfach nur ein Körper von vielen, eine Wichsvorlage. Und die ach so tollen Kommentare (ja, manche verwechseln diese mit Komplimenten) bekommt jede Frau, die so ein anzügliches Bild postet, nicht nur ihr. Ihr seid dann nichts Besonderes. Ihr seid was zum geil machen. Und das kann doch nicht das Ziel einer 19jährigen Frau sein? Oder etwa doch?

An die Männer:

Was soll ich da sagen? Ihr reagiert nur auf ein Bild. Kann man euch da einen Vorwurf machen? Ich nicht, aber biedert euch doch nicht so an und erniedrigt euch selbst. Als würde die junge Frau auf eure charmanten „Komplimente“ antworten und sich mit euch treffen. Falls ja, dann wahrscheinlich gegen Geld. Nun gut, Ausnahmen bestätigen die Regel. Dieses Körper-Feilbieten ist jedoch meist nichts weiter als der Wunsch nach Aufmerksamkeit, Komplimenten und mehr Followern. Aber hey, ihr seid erwachsen (meist sogar 20 Jahre älter als das Mädchen, hab ich schon erwähnt? BÄH!), ihr solltet wissen, was ihr da tut.


Ein weiteres Thema (was dazu passt, wie ich finde) sind die Penis-Profilbilder auf Twitter. Ein eindeutiges Statement: „Ich such was zum Vögeln“. Hey, das ist voll in Ordnung, wenn Twitter ein Ort für Sextreffen und Co. wäre. Aber dort haben auch 12 jährige Mädchen und Jungen Accounts, die vielleicht ihrem Lieblingsschauspieler folgen wollten oder was weiß ich. Haltet ihr denn gern eure primären Geschlechtsorgane minderjährigen Kindern ins Gesicht? Ja? Nein?

Aber hey, was könnt ihr denn dafür, wenn die Eltern dieser Kinder nicht auf eben diese achten und aufpassen?

Richtig! Geben wir die Verantwortung für unsere Texte und Bilder, die wir im Internet posten, einfach an andere ab.

Klar, könnte man jetzt meinen, dass die Kinder, wenn sie wollten, immer an Pornografie kommen in einer Zeit, in der 10jährige Smartphones bekommen mit Internetflat und freiem Zugang zu jeder Internetseite. Aber was ist mit dem (leider immer geringer werdenden) Anteil an Kindern, die das gar nicht wollen und dann plötzlich mit solchen Bildern in Kontakt geraten? Obliegt nicht eurer Verantwortung. Sind ja nicht eure Kinder.

Das Bild, das sie tatsächlich sehen, ist dabei aber nicht das einzig Schlimme daran. Sondern das Bild, dass ihr diesen Kindern vermittelt (und nicht nur ihr, sondern auch die Medien, Werbung, Öffentlichkeit an sich), das ein Körper nur eine Ware ist, dass es in Ordnung ist, sich feil zu bieten, dass es nur um’s Vögeln geht und es auch nur darauf ankommt. Sexuelle Revolution? Am Arsch.

Das Thema Sex ist für Jugendliche immer interessant (war es auch damals für mich). Ich habe zum Beispiel mit einer Freundin Kondome (von meinen Eltern heimlich geklaut, ahem) ausgepackt, angeguckt, damit experimentiert. Aber heute schaut man sich einfach ein Youtube Tutorial Video an, wie man ein Kondom richtig abrollt und ein paar Pornos (die dann ja glücklicher Weise als Videos „ähnlichen Inhaltes“ aufploppen) und schon weiß man, wie der Hase läuft. Eine interessante Veränderung innerhalb von 10-16 Jahren. Hut ab, liebes Internet. Hut ab.

Und ich ziehe auch meinen Hut vor diesen Menschen, die sagen, sie hätten nicht die Verantwortung dafür, wie einfach Kinder und Jugendliche an pornografische Inhalte kommen und dann Bilder mit diesen Inhalten fleißig weiter ins Internet streuen und damit jungen Mädchen zeigen, es ist in Ordnung, eure Körper in eindeutigen Posen im Internet zur Schau zu stellen, es ist sogar notwendig, um beachtet zu werden, denn nur darauf kommt es an. Es ist in Ordnung, den Jungen da draußen zu sagen, so gehört das, reduziert Frauen bitte nur auf ihren Körper und eine Beziehung nur auf Sex.

Bravo! Sexuelle Erziehung abgeschlossen.

Und ja, diese Netzwerke könnten stärker kontrollieren und diese Accounts bannen oder sperren. Also tun wir einfach so, als würde unsere Mutter über unsere Schulter schauen und sagen: “Na na na, junger Mann, deinen Penis kannst du aber nicht so zur Schau stellen.” Oder: “Na na na, junge Dame, dein nackter Körper hat nichts im Internet zu suchen.” (Klingt blöd, ist aber leider so) Geben wir unsere Verantwortung also weiter fleißig ab. Solange uns niemand auf die Finger haut, tun wir das, was wir wollen.

Denn dies ist ein freies Land, jeder darf tun und lassen, was er oder sie will, solange es nicht gegen das Gesetz verstößt. Jeder darf davon Gebrauch machen. Ich tue es ja gerade, indem ich mein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehme. Aber wir sollten doch bitte nicht die moralischen und ethischen Werte außer Acht lassen und unsere Verantwortung für unsere eigenen Bilder, Texte und Meinungen, die wir in das für jedermann frei zugängliche Internet stellen, an andere abgeben.

Just saying.

Leben und Glück

Das Leben ist nicht immer einfach. Es ist ein ewiger Kampf mit sich selbst und anderen. Man muss Ängste überwinden, innere Stärken entwickeln, Mut aufbringen. Man hofft, man lacht, man weint, man schreit, man liebt, man vertraut und manchmal wird man verletzt oder enttäuscht.

Das Leben ist mit seinen Höhen und Tiefen wie eine Fahrt mit der Achterbahn.

Und Glück ist es, jemanden neben sich sitzen zu haben, der genauso viel Angst hat wie man selbst. Aber auch ebenso viel Mut.
Jemanden, der unsere Hand ergreift, wenn es mal bergab geht.
Jemanden, der mit uns gemeinsam leidet und jubelt.
Jemanden, der am Ende – genau wie ihr auch – am liebsten nochmal fahren will.

Mit euch gemeinsam.
Von Anfang an.

Das Selfie Phänomen

Instagram, Facebook, Twitter, Tumblr, Datingportale… Überall, wo man hinschaut, Selfies. Vorm Spiegel, in der Disco, unter der Dusche, im Bett.
Es ist ja auch so einfach. Smartphone zücken und los geht’s!

Und wie bei jedem Phänomen gibt es Befürworter und Gegner, Verweigerer und Mitmacher.

In welche Kategorie passe ich da?
Ich mache selbst sehr viele Selfies und poste die auch recht regelmäßig.

Warum?

Weil ich mich hübsch finde? Klar.
Weil ich selbstverliebt bin? Wäre nur logisch.
Weil ich unsicher bin und Bestätigung von anderen brauche? Vielleicht.

Und was ist, wenn ich einfach gerne fotografiere und zwar Portraits von Menschen? Wenn ich Ideen, die mir im Kopf herum spuken, für tolle Motive und Posen einfach gern sofort umsetze, mir aber Models dafür fehlen? Oder ich keine Zeit und auch (noch) kein Geld habe, um dieses Hobby professionell umzusetzen? Neee, das wäre ja total verrückt.

Warum sollte man auch über seinen Tellerrand hinausschauen? Es reicht ja, mal kurz hinzuspähen, um sich ein Urteil zu bilden.

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Liebe ist…

Liebe ist…

befreiend.
inspirierend.
überwältigend.

Liebe bedeutet…

sich zu öffnen.
jemandem zu vertrauen.
über sich selbst hinauszuwachsen.

Liebe macht uns…

stärker.
glücklicher.
selbstbewusster.

Liebe bringt uns dazu, unser Herz zu öffnen. Es zu präsentieren. Auf einer weiten Blumenwiese. Mit Tretminen überall.

Und wir wissen das. Nehmen es in Kauf, dass es auch gefährlich für uns sein kann. Dass unser Herz dann viel leichter zu verletzen ist.

Weil wir darauf vertrauen, dass der Mensch, dem wir unser Herz schenken, es behutsam behandeln wird, uns nie verletzen wird.

Wenn euch also jemand sein Herz schenkt, es in eure Hände legt, dann haltet es vorsichtig, aber sicher fest.
Als wäre es aus Pergamentpapier, das nur zu leicht zerreißen oder durch eure Finger gleiten und davon fliegen kann.

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Soll ich oder soll ich nicht?

Eine Frau steht allein an einer Bar in der Diskothek und wartet auf den Drink, den sie gerade bestellt hat.
Plötzlich kommt ein Mann dazu und stellt sich neben sie. Sie schaut ihn kurz an, denkt sich vielleicht »Mh, süß…« oder auch »Was will der denn jetzt?« oder vielleicht auch gar nichts. Und dann spricht er sie an.
Weil er sie beobachtet hat? Weil er sie attraktiv findet? Bestimmt.
Er hat seinen Mut zusammen genommen, um eine ihm völlig unbekannte Frau anzusprechen, von der er nicht weiß, ob sie Single oder vergeben ist, ob sie nach einer neuen Bekanntschaft sucht oder einfach nur tanzen wollte, ob sie auf Männer steht oder auf Frauen. Er spricht sie an, um sie kennenzulernen. Und er weiß nicht, ob sie bereit ist, ihn kennenzulernen. Aber er versucht es trotzdem.

Und so fängt das Desaster an. Das große Missverständnis.
Denn je nachdem, was der Mann sagt oder wie die Frau reagiert, kann sich diese Geschichte auf unterschiedlichste Art und Weise entwickeln und ihr Ausgang variieren.

Fehler Nr. 1 – die billige Anmache

Der Mann versucht es mit einer in seinen Augen lustigen “Anmache”.

“Hat es sehr weh getan, als du vom Himmel gefallen bist, mein Engel?”

oder

“Deine Augen passen perfekt zu meiner Bettwäsche.”

(Ich weiß, sehr klischeehaft, aber ihr wisst, worauf ich hinaus will.)

Um ehrlich zu sein, auch wenn ich nicht für alle Frauen sprechen kann (wer bin ich auch, um mir das heraus zu nehmen), die meisten Frauen würden mit den Augen rollen, vielleicht etwas Bissiges erwidern, den Mann vielleicht sogar auslachen, aber auf jeden Fall gehen. Und das Interesse, das sie vielleicht zuvor noch gehabt haben, ist komplett verschwunden.
Warum?
Ganz einfach. Es wirkt billig. Wir Frauen haben dann das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, denn so einen Satz kann man zu jeder anderen Frau auch sagen, weil er sich nicht auf die Frau bezieht, die gerade angesprochen wird. So eine Anmache ist ein Mittel zum Zweck. Und wir Frauen durchschauen es.
Eine derartige Anmache zeugt nicht von Intelligenz oder viel Einfallsreichtum. Sie zeugt nicht von Kreativität oder ernst gemeintem Interesse.

Wir Frauen möchten erobert werden. Wir möchten Komplimente hören – ernst gemeinte Komplimente -, nicht zu poetisch, nicht zu abgedroschen, nicht zu übertrieben.
Wie zum Beispiel:

“Ich würde dich gerne kennen lernen, denn du bist mir unter all diesen Menschen besonders aufgefallen.”

“Du bist hübsch.”

“Du scheinst interessant zu sein.”

Wir Frauen mögen es, solche Dinge zu hören. Also versucht uns nicht mit Sprüchen oder Coolness zu beeindrucken. Probiert keine Flirttechniken an uns aus, die in irgendwelchen Magazinen oder Büchern stehen.
Beeindruckt uns mit Ehrlichkeit. Mit der Wahrheit.

Fehler Nr. 2 – Arroganz

Und zwar Seitens der Frauen.
Der Mann hat all seinen Mut zusammen genommen und spricht uns an. Das kostet Überwindung. Niemand wird gerne abgelehnt oder bringt sich gern freiwillig in Situationen, in denen er sich vor jemand völlig Fremden bloßstellt.
Je nachdem, wie wir reagieren, können wir sein späteres Flirtverhalten immens beeinflussen. Nach zig Fehlversuchen, in denen die Frauen ihn vielleicht sogar ausgelacht haben, traut sich kein Mann mehr, sich so offen und verletzlich zu zeigen.
Zeigt Respekt und Anstand! Seid höflich und nett! Wenn ihr nicht interessiert seid, sagt ihm das nicht nur, erklärt ihm auch, warum!

Fehler Nr. 3 – Unterhalte mich, sonst bin ich weg

Der Mann hat die Frau angesprochen. Die Frau ist interessiert. Sie stellen sich einander vor.
Der Mann stellt ein paar Fragen, die Frau antwortet.
Und dann Schweigen.
Der Mann weiß nicht weiter. Kann der Frau keine weiteren Fragen mehr stellen. Und die Frau schweigt. Wartet darauf, weiter unterhalten zu werden.

Aber so läuft das nicht! Der Mann hat bereits einen großen Schritt getan, indem er euch angesprochen hat, in dem er euch Fragen gestellt hat. Kommt ihm entgegen und lasst ihn nicht hängen. Er will euch kennenlernen! Wie soll das gehen, wenn die Frau nur darauf wartet, dass der Mann etwas Neues zum Gespräch beiträgt? Was sagt das über euch aus? Nur dass ihr langweilig seid. Und dann verliert der Mann recht schnell das Interesse an euch. Bei einem Gespräch gehören immer zwei dazu, und bei einem guten Gespräch wechselt jeder der beiden mal von dem aktiven in den passiven Part.

Fehler Nr. 4 – Der Mann muss die Frau ansprechen

Warum denn nicht umgekehrt? Warum sollten nicht auch mal die Frauen den 1. Schritt wagen?
Wir Frauen wollen Gleichberechtigung. Aber nur dann, wenn es uns gerade passt. Und das ist feige.
Wenn wir Frauen immer nur darauf warten, angesprochen zu werden, stellen wir uns selbst bloß ins Abseits. Und am Ende haben wir nur gewartet, aber nichts erreicht.
Ergreift die Initiative! Macht auch mal den ersten Schritt. Auch Männer haben es gerne, wenn sie angesprochen werden, wenn eine Frau Interesse an ihnen zeigt. Sie fühlen sich genauso geschmeichelt, wie wir uns im umgekehrten Fall. Und das Wichtigste: Es erhöht unsere Chancen erheblich, einen interessanten Menschen kennen zu lernen.

Es gibt sicherlich noch zahlreiche andere Fehler, die beim ersten Kennenlernen passieren können. Aber meiner Meinung nach sind die gerade von mir aufgezählten Dinge die Fehler, die am häufigsten auftreten.
Ich will mit diesem Text keineswegs jemanden belehren oder kritisieren. Ich will helfen. Mir und anderen. Ich spreche dieses Thema an, weil es jeden Single betrifft. Immer wieder. Weil es für mich ein wichtiges Thema ist.

Es würde mich freuen, wenn ihr eure Meinung dazu sagt, und sehr interessieren, ob ihr es genauso oder anders seht. Ich kenne ja schließlich nur meine Ansicht. Und ich bin immer bereit, andere Ansichten zu hören. Denn dadurch kann ich für mich selbst etwas Neues hinzulernen.

Selbstwahrnehmung

Eines vorweg:

Bevor hier einige antworten “Schönheit ist nicht Alles, es kommt auch immer auf den Charakter an!”:

Ich weiß das!

Aber darum geht es in diesem Text nicht. Ich schreibe hier über Oberflächlichkeiten, über das Erscheinungsbild, über Schönheit.
Aber mir geht es hierbei vielmehr um Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung. Und zwar um meine eigene.

Wer mir auf Twitter folgt, dem dürften folgende Aussagen bekannt vorkommen:

»Wenn meine Brüste schon nicht groß sind, dann ist es wenigstens mein Herz.«

»Du hast da’n Fussel am Busen. – Das IST mein Busen!«

»Laut BH haben meine Brüste übrigens Energieeffizienz A.«

Wenn man diese Tweets von mir liest, könnte man meinen, dass ich mich selbst nur über meine Brüste definiere und nicht zufrieden mit ihnen bin.

Zunächst einmal ist mir wichtig, zu sagen, dass ich mich noch nie über mein Aussehen definiert habe. Sondern immer nur über meine Gedanken, meine Gefühle und meine Handlungen. Ich bin mehr, als mein Gesicht oder mein Lächeln. Und ich möchte nicht nur auf mein Aussehen reduziert werden, ich möchte als Ganzes wahr und ernst genommen werden. Als Mensch mit Intelligenz, Humor und Freundlichkeit, aber auch mit Fehlern, Schwächen und Unsicherheiten.

Aber um ehrlich zu sein, ich war früher tatsächlich mit mir unzufrieden. Nicht nur mit der Größe meiner Brüste, sondern auch mit meinem Po, meinem Bauch und diversen anderen Körperteilen. Ich war unsicher und sah mich selbst nicht so, wie andere mich.
Mein Exmann fand, dass ich wunderschön bin und sagte mir das oft. Zumindest als unsere Beziehung noch intakt war.
Die Komplimente, die ich aufgrund meiner Selfies bekam und bekomme, zeigen mir, dass auch andere mich hübsch finden.

Und genau das ist der Punkt! Andere geben einem das Gefühl, hübsch zu sein.
Damals sagte mir das keiner. Der Erste, der mir das offenbarte, war mein Exmann. Und es brauchte viel Zeit, bis ich ihm das dann auch endlich mal glaubte.
Ich wurde dadurch nicht überheblich, aber es veränderte mich.

Heute bin ich mit meinem Aussehen zufrieden. Ich hatte Glück mit meinem Gesicht. Und das weiß ich zu schätzen. Aber ich nutze es nicht, um etwas zu bekommen oder schlage daraus einen Vorteil. Ich bin nicht arrogant oder denke, nur weil ich schöne Augen habe, dass ich besser bin als andere. Oder gehe davon aus, nur weil mich ein paar Menschen hübsch finden, dass es alle tun. Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters.

Natürlich freue ich mich, wenn mich andere hübsch finden und mir das auch sagen. Wer nicht?
Und es gibt auch heute noch Zeiten, in denen ich das immer noch nicht so recht glauben kann. Besonders nicht den Menschen, die ich selbst schön und toll finde.

Was will ich eigentlich damit sagen? Ganz einfach:

Meine Tweets zeigen nur, wie ich heute mit solchen Unsicherheiten umgehe. Mit Humor und Ironie. Ich habe gelernt, mich selbst so zu mögen, wie ich bin, meinen Körper nicht nur zu akzeptieren, sondern auch selbstbewusst zu zeigen. Und das ging zunächst nur durch die Bestätigung von anderen. Und dafür bin ich dankbar.

Deswegen wünsche ich jedem, der unsicher oder unzufrieden ist bezüglich seines Aussehens, dass er jemanden findet, der ihm das Gegenteil sagt, der ihm Bestätigung gibt, der ihm sagt und zeigt, wie hübsch er ist. Und dadurch lernt, selbstbewusster zu werden und um mit dem eigenen Körper zufrieden zu sein. Und zwar von innen heraus, ohne dass es ständig gesagt werden muss. So wie ich es auch gelernt habe.

Denn meiner Meinung nach ist ein zufriedener Mensch, ein glücklicher Mensch. Und ein glücklicher Mensch ist ein schöner Mensch.