Leben und Glück

Das Leben ist nicht immer einfach. Es ist ein ewiger Kampf mit sich selbst und anderen. Man muss Ängste überwinden, innere Stärken entwickeln, Mut aufbringen. Man hofft, man lacht, man weint, man schreit, man liebt, man vertraut und manchmal wird man verletzt oder enttäuscht.

Das Leben ist mit seinen Höhen und Tiefen wie eine Fahrt mit der Achterbahn.

Und Glück ist es, jemanden neben sich sitzen zu haben, der genauso viel Angst hat wie man selbst. Aber auch ebenso viel Mut.
Jemanden, der unsere Hand ergreift, wenn es mal bergab geht.
Jemanden, der mit uns gemeinsam leidet und jubelt.
Jemanden, der am Ende – genau wie ihr auch – am liebsten nochmal fahren will.

Mit euch gemeinsam.
Von Anfang an.

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Zwiespalt Liebe

Ich lass dich näher an mich heran,
als ich sollte.
Mache mir mehr Sorgen um dich,
als ich müsste.
Zeige dir das weniger,
als ich könnte und mehr,
als ich dürfte.

Ich mag dich mehr,
als ich sollte.
Sage es dir öfter,
als ich müsste.
Will dir mehr von mir geben,
als ich könnte.
Ich liebe dich,
obwohl ich nicht darf.

Sowas wie Vergebung

Da vegetiert ein kranker Mensch 8 Monate vor sich hin, kann kaum atmen, weil alles in ihm zerstört ist.
Er hat alles vergessen, seine Eltern, seine Kindheit, seine Familie, sein Leben, sogar das Sprechen. Er kann nicht mehr allein essen oder trinken und kann auch seit mehreren Tagen nicht mehr künstlich ernährt werden. Deswegen lassen Sie ihn unter Schmerzmitteln verhungern und verdursten.
Das Einzige, was Sie tun können, ist ihm den Mund mit Wattestäbchen zu befeuchten.
Und die Familie muss zuschauen, wie er langsam und qualvoll stirbt.

Und das passiert gerade jetzt. Nicht in der Vergangenheit, als das medizinische Wissen aus Aberglauben und Gebeten bestand.
Jetzt! In einer Zeit, in der wir erneuerbare Energien nutzen, durch Technik über Kontinente hinweg zu jeder Zeit miteinander kommunizieren können.
In einer Zeit, in der wir uns krank schreiben lassen, wenn wir keine Lust haben, zu arbeiten.

Hat ein Mensch das verdient? Auch wenn dieser Mensch unverzeihliche Dinge getan hat?
Hat mein Großvater dieses qualvolle Ende verdient, weil er meine Kindheit missbraucht hat? Weil er ein zehnjähriges, knochiges, kleines Mädchen nicht beschützt, sondern verletzt hat, sowohl ihren Körper als auch ihre Seele?

Der zerbrochene Teil in mir sagt ja. Doch der starke Teil, der dadurch erst entstanden ist, der Teil, der mir sagt »Gib niemals auf«, brüllt Nein.
Dieser Teil in mir hat ihm vor 8 Monaten verziehen.

Porno im Kopf

Wer kennt es nicht? Die Vorstellung mit einer bestimmten Person zu schlafen, ob man sie nun persönlich kennt oder nicht, ob sie real existiert oder nur in der eigenen Phantasie.

Ich nenne es gerne Porno im Kopf, viele kennen es auch als Kopfkino.

So ein Porno im Kopf ist toll, weil man der Regisseur, Produzent und Darsteller in seinem eigenen Film ist. Man kann tun, was man will, ohne es erklären oder sich dafür schämen zu müssen. Es gibt keine peinlichen Momente, die Stellungswechsel klappen immer einwandfrei, es ist immer perfekt. Es ist eben nicht real.

Ich sag nicht, dass es falsch ist, sich solche Dinge vorzustellen. Ich tue es ja selbst gern und oft. Aber man sollte sich eben bewusst machen, dass diese Vorstellung im Kopf nie so sein wird wie im richtigen Leben. MOMENT!

Hier stimme ich absolut nicht zu! Natürlich kann die Vorstellung zur Realität werden. Wenn man mit dem Partner darüber redet. Aber wir behalten es lieber für uns, weil es für uns unangenehm ist, ja vielleicht sogar peinlich. Wir wollen ja nicht, dass der Partner schlecht von uns denkt. Und Anweisungen beim Sex geben? Um Gottes Willen, ich will ja nicht wie ein herrschsüchtiger Kontrollfreak wirken. SO EIN BLÖDSINN!

Was gibt es Befreierenderes, als dem Partner zu sagen, was und wie man es gern im Bett hätte, dass das dann auch noch umgesetzt wird und die Chance besteht, dass es richtig gut wird? Denn nur dadurch, kann es überhaupt besser werden! Ich bin es Leid, darauf zu hoffen, dass der Partner genau das macht, was ich will und was ich brauche. Wenn ich es ihm sage, weiß er wenigstens, wie er mich zum Orgasmus bringen kann. Ist das denn nicht viel einfacher? Natürlich wird der Sex dann nicht so perfekt wie im Kopf, wie auch? Aber er wird besser. Man teilt doch beim Sex sowieso schon Intimität mit dem Anderen, warum also fällt es uns dann so schwer, zu sagen:

“Weiter links!”

“Nein, das gefällt mir nicht.”

“Lass uns mal das ausprobieren!”

Und wer jetzt meint, das würde die Stimmung zerstören, versteht nicht den Sinn von dem, was ich hier zum Ausdruck bringen will. Denn irgendwann muss man dem Partner keine “Anweisungen” mehr geben, da er oder sie genau weiß, was dir gefällt. Und das Beste daran? Man weiß auch, was dem Partner oder der Partnerin gefällt. Man kann befreiter damit umgehen, den Sex einfach genießen.

Und genau das ist mein Porno im Kopf, der zur Realität wird.

Mein persönlicher Rückblick 2013

Verrückt. Anders kann ich dieses Jahr nicht beschreiben. Mein Leben hat sich mit einem Schlag gedreht und kaum hatte ich einen einigermaßen sicheren Stand erreicht, drehte es sich munter weiter.
Wenn die Zukunft, bei der man sich so sicher war, wie sie mal aussieht, plötzlich dunkel und undurchsichtig wird, wenn Pläne, die bereits so fest im Herzen verankert waren, zunichte gemacht werden, wenn der Platz, den man sich über mehrere Jahre erarbeitet hat, nicht mehr der Ort ist, an dem man erwünscht ist, was tut man da? Diese Fragen zu beantworten, war die Aufgabe des Jahres für mich. Und ich bin noch weit von einer Lösung entfernt. Aber ich wäre nicht das Kind meiner Eltern, wenn ich einfach aufgegeben hätte. Und ich war dieses Jahr schon oft soweit, alles hinzuschmeißen. Aber dies ist nun mal mein Leben und ich habe nur dieses eine. Also versuche ich aus allem das Beste zu machen, naja, zumindest weiter zu machen. In jedem Leben gibt es Höhen und Tiefen und dieses Jahr war eine reine Achterbahnfahrt.

Alles begann damit, dass der Mann, den ich seit 9 Jahren kannte und liebte, der einmal der Vater meiner Kinder und noch viel später der alte Mann neben mir auf der Veranda sein sollte, mit dem ich ein wundervolles Leben hätte haben sollen, das alles nicht mehr wollte. Weder mich, noch eine gemeinsame Zukunft mit mir. Und das in einer Zeit, in der ich mich beruflich veränderte. Wie geht man damit um, komplett auf sich allein gestellt? Denn die Eltern, in deren Arme ich mich gern geworfen hätte, waren zu weit weg, die alten Freunde mit ihrem eigenen Leben beschäftigt und die neuen Freunde noch zu frisch, um sie mit dieser Art von Problemen zu belästigen.

Zunächst stürzte ich mich in meine neue Ausbildung, versuchte mich abzulenken. Und die neuen Freunde, die ich da kennenlernen durfte, sind wundervoll. Sie haben mir geholfen, auch wenn es ihnen vielleicht nicht bewusst war. Sie lenkten mich von düsteren Gedanken ab und schenkten mir entspannte und fröhliche Zeiten.

Auch die Zeit auf Twitter war für mich wichtig, mit meinen Gefühlen und Gedanken klar zu kommen. Durch das Schreiben löst sich bei mir die innere Anspannung und das Lesen meiner Timeline löst so oft ein Lachen bei mir aus. Deswegen liebe ich Twitter. Auch wenn es für einige nur eine weitere Plattform der Kommunikation ist, für mich war Twitter dieses Jahr eine wichtige Konstante, die ich zu diesem Zeitpunkt so dringend brauchte. Und dass ich dieses Jahr einige Twitterer kennenlernen durfte, war ein Bonus, mit dem ich am Anfang diesen Jahres nie gerechnet hätte. Ich habe so tolle Menschen getroffen, die sich bereits vorher in mein Herz geschrieben hatten. Und dafür bin ich dankbar.

Ich wagte mich dieses Jahr dann gleich in drei verschiedene Beziehungen vor. Mit wenig Erfolg? Im Endeffekt könnte man das meinen, schließlich bin ich momentan Single. Aber für mich waren sie erfolgreich. Ich habe feststellen können, dass ich noch nicht so weit bin, mein Herz wieder für jemanden zu öffnen, mich fallen zu lassen, wieder zu vertrauen. Ich brauche jetzt erst einmal Zeit für mich allein, um mir darüber klar zu werden, was ich in diesem -meinem- Leben erreichen will.
Früher konnte ich mir meine Zukunft vorstellen und heute weiß ich noch nicht einmal, was morgen sein wird, wohin mich meine Füße tragen werden, welche Wege ich gehen werde, wie mein Leben mal aussehen wird. Das einzige, was ich weiß, ist, dass es weiter gehen wird, dass ich weiter gehen werde und die Erfahrungen, die ich machen durfte und musste, mich zu dem Menschen machen, der ich momentan bin.
Ich möchte ein gutes Leben führen. Ich möchte am Ende darauf zurückblicken und zufrieden sein. Ich möchte noch viel sehen, erleben und fühlen. Und das muss ich jetzt erst einmal allein. Und das ist in Ordnung.  

Und am Ende bleibt mir nur eins zu sagen: Danke an all die Menschen, die für mich da waren und sind. Ihr macht es nicht nur erträglich, ihr macht es besser.
Danke Melanie, Urte, Astrid, Michael, Jonas, Pascal, Adrian, Wegi, Ronny, Christian, Patrick, Mama und Papa und natürlich auch Danke an den ganzen verrückten liebenswerten Haufen bei Twitter. Ich wünsche euch einen tollen Start ins neue Jahr und dass es ein gutes Jahr wird.